Pressebericht Nibelungen Kurier vom 22.02.2006
Mittendrin in Aufbruchstimmung
Plädoyers für Worms beim Wirtschaftsdialog mit Finanzminister Gernot Mittler in der EWR-Turbinenhalle
Leisteten ihren Beitrag zu einer Standortbestimmung über den Standort Worms, der besser zu sein scheint als sein Ruf und so manche Darstellung in der Öffentlichkeit: Landtagskandidat und Moderator Jens Guth, Edgar Gandelheidt, Kiefel GmbH, Ulrike Knies, Elektro Knies, Finanzminister Gernot Mittler und Oberbürgermeister Michael Kissel beim Wormser Dialog in der EWR-Turbinenhalle. Foto: Rudolf Uhrig
Der Wirtschaftsstandort Worms stand Mittelpunkt des Dialoges, zu dem Landtagskandidat Jens Guth und die SPD am Montag in die EWR-Turbinenhalle geladen hatten. Neben Finanzminister Gernot Mittler und Oberbürgermeister Michael Kissel komplettierten mit Ulrike Knies und Edgar Gandelheidt zwei Führungskräfte aus Wormser Unternehmen das Podium, um über wirtschaftliche Rahmenbedingungen, den Stellenwert von Kultur als Wirtschaftsfaktor und die Position der Nibelungenstadt als Teil der Metropolregion Rhein-Neckar zu diskutieren.
Ein gutes gesellschaftliches Klima und vernünftige Rahmenbedingungen für Investitionen schaffen, nannte Finanzminister Gernot Mittler zwei der wesentlichen Aufgaben, für die die Landesregierung verantwortlich zeichne. Dieser Herausforderung sei man in den vergangenen Jahren gerecht geworden, verwies Mittler auf das innerstaatliche Ranking, bei dem das existenzgründerfreundliche Rheinland-Pfalz im Vergleich mit den anderen Bundesländern eine überdurchschnittliche Entwicklung vollzogen habe. Eine geringe Arbeitslosenquote, bei der Zahl der Erwerbstätigen deutlich an der Spitze und beim Wirtschaftswachstum im Bundesdurchschnitt, zog Mittler eine Bilanz, die lediglich von der anhaltenden Talfahrt im Baugewerbe getrübt werde.
"Die Ursachen sind bekannt", erklärt Gernot Mittler, dass in den letzten 15 Jahren rund 355.000 neue Wohnungen mit 35 Millionen Quadratmetern an neuer Wohnfläche entstanden seien, so dass in diesem Bereich das Wachstum zwangsläufig gebremst wurde. Erfreuliche Steuerentlastungen für Bürger und Unternehmen gingen leider zu Lasten der öffentlichen Haushalte, betonte Mittler. Neben der Weiterentwicklung des Steuerrechts sei auch eine Gemeindefinanzreform nötig, damit die Kommunen nachhaltig planen können. "Städte sind nach wie vor die Zentren sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Inno-vationen", sprach sich Oberbürgermeister Michael Kissel für ein kommunales Hebesatzrecht aus, das nach individuellen Bedürfnissen gesteuert, zu einer Entlastung der Kommune beitragen könnte.
Rund 100 Millionen Euro seien seit 1999 in den Schulbau und die Verbesserung der Infrastruktur investiert worden, würdigte Kissel die wirkungsvolle Unterstützung des Landes für Worms, das auch für Unternehmen an Attraktivität gewonnen habe. Mit den Festpielen als Wirtschaftsfaktor und kulturellem Leuchtturm sei die Nibelungenstadt trotz ihrer geographischen Randlage inhaltlich mitten in der Metropolregion Rhein-Neckar angekommen. Michael Kissel setzt künftig weiterhin auf die Scharnierfunktion zwischen der Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Region, um Wormser Interessen bei der Entwicklung der Region vertreten zu können. "Bestandspflege im eigenen regionalen Umfeld ist die beste Wirtschafts-förderung", so das Credo von OB Michael Kissel, der für ansässige Unternehmen gute Entwicklungsmöglichkeiten sieht und neben einer selbstbewussten Außendarstellung nicht zuletzt mit den Festpielen als kulturelles Alleinstellungsmerkmal eine intensive Kommunikation mit den Ballungsräumen unterhalten möchte. Dass Worms kein Papiertiger ist und gerade wegen seiner exponierten Lage großes Entwicklungspotenzial hat, unterstrichen Jungunternehmerin Ulrike Knies und Edgar Gandelheidt, Geschäftsführer der Firma Kiefel. Man müsse umdenken und sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, so Ulrike Knies über den Wandel im Handwerk und Dienstleistungssektor, der Spezialisierungen erforderlich mache.
"Der Standort Worms bietet viele Vorteile", erklärt Ulrike Knies, deren Firma immer häufiger Aufträge aus dem Raum Frankfurt, Mannheim oder Heidelberg erhalte. "Ärmel hochkrempeln, nicht jammern", ergänzt Edgar Gandelheidt, dass die positive Grundstimmung auch bei seinen Mitarbeitern spürbar sei. "Die Stadt hat etwas besonderes", schwärmt Gandelheidt als Wahl-Wormser nicht nur von den vielen Sonnentagen. Auch das kulturelle Angebot, die Bildungsmöglichkeiten und Freizeiteinrichtungen, stellen einen Gewinn an Lebensqualität dar. "Trotz der vielen streitbaren Geister", wie Edgar Gandelheidt betont, fühle sich seine Familie in Worms sehr wohl.
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