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Pressebericht

Pressebericht der Wormser Zeitung vom 03. April 2004

Erfolgreich durch Eigeninitiative

Existenzgründer Jörg Knies als Ratgeber

Vom 03.04.2004

Von Christina Strack

„Du musst mit vollem Herzen dabei sein. Sonst wird es nichts!“ Das sagt einer, der es genau wissen muss: Jörg Knies, beispielhafter Existenzgründer, der seine Erfahrung mittlerweile gern an andere weitergibt. Kürzlich bei der Existenzgründermesse in Pfeddersheim war er einer der gefragten Gesprächspartner. Bis nach Osnabrück haben Kollegen ihn eingeladen, damit er Handwerker berät, die sich selbstständig machen und eine sichere Existenz gründen wollen. Einer der Teilnehmer war so angetan, dass er zu einer Betriebsbesichtigung kommen will.

Da gibt es in der Tat einiges zu sehen im Gewerbegebiet: den großen Fachmarkt für Elektromaterial und Beleuchtung Am Gallborn und den Handwerksbetrieb für Installation und Service in der Ludwig-Lange-Straße. Dort arbeiten mittlerweile 70 Leute: Elektro-Installateure, Meister, kaufmännisches Personal und 14 Auszubildende. „Zuletzt hatten gingen auf eine einzige kaufmännische Lehrstelle mehr als 300 Bewerbungen ein“, staunt Jörg Knies. Für den elektrischen Bereich meldeten sich 65 Interessenten. Qualifizierte Ausbildung gehört für Elektro-Knies stets dazu.

Jörg Knies hat das 1930 vom Vater gegründete Geschäft 1970 übernommen und zusammen mit seiner Frau Ursula zu einem Musterbetrieb ausgebaut. Damals beschäftigte der Betrieb zwei Leute, heute verdienen 70 Menschen ihren Lebensunterhalt. Jörg Knies ist gelernter Elektromeister, doch das genügte ihm nicht. “1984 begann der entscheidende Lebensabschnitt in der Fort- und Weiterbildung“, blickt er zurück. Die Initialzündung kam durch eine ganzseitige Anzeige über die EKS-Strategie in einer überregionalen Zeitung. In einem Fernlehrgang - abends nach der Arbeit im Betrieb - büffelte der Wormser und verinnerlichte die von Wolfgang Mewes erarbeitete Management-Methode. EKS bedeutet Engpass Konzentrierte Strategie. Als eine seine wichtigsten Maxime hat Knies für sich erkoren: „Steigere den Nutzen deiner Kunden und du wirst automatisch erfolgreich!“ Ganz wichtig ist nach der Erfahrung von Knies, die eigenen Talente herauszufinden und diese zu fördern, aber auch die Schwächen zu akzeptieren. „Die Familie muss dahinter stehen“, sagt der Elektromeister, der sich voll auf seine Frau (kaufmännischer Bereich) und seine 31-jährige Tochter (Marketing) stützen kann. „60 bis 80 Stunden in der Woche sind die Regel für mich und meine Frau,“ erklärt Jörg Knies.

Allen, die sich eine Existenz aufbauen wollen, empfiehlt der Fachmann: „Suchen Sie sich einen Mentor. Angst und Zögern ist erlaubt - dann entscheiden Sie.“ Wer eine zeitlang auf Urlaub verzichten kann und wem es Spaß macht, mit Kunden und Menschen umzugehen, für den sieht er gute Chancen. „Ideal ist, wenn Hobby und Beruf zusammentreffen, dann kommen die besten Ergebnisse heraus“, weiß Knies aus dem Alltag.

Zur Motivation der Mitarbeiter trägt unbedingt ein gutes Klima und die gegenseitige Achtung bei. „Flexible Arbeitsregelung funktioniert bei uns perfekt. Jeder hat ein Zeitkonto, das von 120 Prozent plus bis 70 Prozent minus geht“, berichtet der Chef, so dass auf diese Weise auch Zeiten mit weniger Aufträgen überbrückt werden können.

Das allzu frühe Ausscheiden von Menschen aus dem Beruf hält Jörg Knies für volkswirtschaftlich schädlich. Er selbst will mindestens bis 65 arbeiten und sich danach noch einen Traum erfüllen: Hochbau studieren. Den Übergang seines Betriebs ins Management hat er eingeleitet: Es wird eine Kapital-Holding gegründet mit den Zweigen Elektro-Handel und Elektro-Handwerk. Auf diese Weise bezieht Knies „verdiente Mitarbeiter“ verantwortlich ein. Tochter Ulrike wird als Betriebswirtschaftlerin in der Holding verankert.

Jörg Knies
Sein Wissen und seine Erfahrung gibt der Elektromeister Jörg Knies heute gern weiter.
Foto: Uwe Feuerbach



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